Aufgrund der Aussagen in den Fragebögen wurde n noch einmal die Fragen vetieft, die für die meisten Kontroversen sorgten. Es wurde gefragt, was im Zusammenhang mit der Namensfindung am Wichtigsten wäre.
Welchem Argument würden Sie sich am ehesten anschließen?
Gemäß dem durch den Vorstand am 10.04.2008 und den KK am 21.04.2008 bestätigten Jahresarbeitsplan wurde die Namensfindung als erste allgemeine Aufgabe aller Gremien des Vereins festgehalten: Es „steht auf der Tagesordnung, den Namen des Vereins der neuen Gebietskulisse anzupassen und mit der regionalen Identität der Bewohner in Einklang zu bringen. Auf ihrer nächsten Mitgliederversammlung sollen die Mitglieder über einen neuen Namen abstimmen.“
Über den Sommer des Jahres wurde eine Umfrage gestartet, die drei wesentliche Ergebnisse brachte:
Die Auswertung im Einzelnen:
Mit 92 Punkten lag nach der Auswertung in der Eindeutigkeit doch überraschend die Entscheidung zugunsten von „Namen mit Bezug auf die Nachbarschaft zu Dresden“ vorn. Schon im Internet hatte bei Addition der Namensvorschläge mit Dresden diese Kategorie vorn gelegen – allerdings nur knapp. Deutlich dahinter mit jeweils 58 Punkten der Wunsch nach Erhalt des Namens „Heidebogen“ (der eigentlich an der Spitze erwartet wurde) und Namen mit naturräumlichem Bezug.
Knapp dahinter wiederum mit 50 Punkten die (von mir selbst eher favorisierten) Namen mit historischem Bezug. Die Kategorie „Flussnamen“ bekam 42 Punkte – und ganz im Gegensatz zum Internetvotum - landete die Kategorie „Kunstnamen“ mit 16 Punkten ganz am Ende.
Auf die Frage „In welcher Namenskategorie würden Sie am ehesten den Namen suchen, mit dem Sie sich identifizieren würden“ gab es für Kunstnamen überhaupt keine Punkte, während hier der „Heidebogen“ immerhin schon 33% der Votierenden erreichte – allerdings war den Teilnehmern auch klar, dass man Investoren unsere Region kaum mit dem Begriff „Heidebogen“ erklären kann. Selbst Naherholungsuchende aus umliegenden Regionen und Touristen aus den Nachbar-Bundesländern können nach Meinung von ¾ der Befragten nichts mit „Heidebogen“ anfangen.
Bei allen Fragen zum Begriff „Heide“ und „Heidebogen“ gab es kein eindeutiges Meinungsbild bei den Befragten. Aber dies war nur in dieser Fragenkategorie so.
Der „Westlausitzer Heidebogen“ gehört nicht nur zu zwei verschiedenen Landkreisen, sondern auch zu zwei verschiedenen Wirtschaftsregionen, zu zwei verschiedenen Tourismusverbänden, zu zwei unterschiedlichen kulturgeschichtlichen Räumen, zu verschiedenartigen Naturräumen und hat noch eine Menge mehr „Entzweiendes“. 42% der Befragten sehen in den verschiedenen Zugehörigkeiten eher einen Nachteil für die gemeinsame Zusammenarbeit, während etwa genauso viele das nicht als Problem ansehen.
Doch nur 16% der Votierenden sind der Meinung, dass der Heidebogen nur kurzzeitiges Gebilde ist, das nach der Förderperiode wieder zerfällt. Für die meisten lohnt es sich offensichtlich, auf längere Sicht in die regionale Zusammenarbeit zu investieren.
Dass die Chancen dafür gut stehen, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die große Mehrzahl der Fragen auch von der Mehrheit der Teilnehmer gleich oder ähnlich beantwortet wurde.
So sind 50% der Meinung, dass sich Wachstumschancen für die Region vor allem aus der Nähe zu Dresden ergeben, nur 16% meinen das nicht.
Bei den gemeinsamen Kultur- und Naturraumpotentialen sehen sogar 83% so und bei der Frage, ob die Region als Wohnstandort attraktiv ist, sind sich ALLE einig: ja.
Auch in Bezug auf die Entwicklungschancen wird die Region mehrheitlich als Einheit begriffen, die Entwicklungsnachteile an den Rändern ausgleicht.
In Bezug auf die regionale Identität sehen sich 75% am ehesten als Sachse. In keiner anderen Identität (Europäer, Deutscher, Ostdeutscher, Lausitzer oder Elbländer, Randdresdner) gibt es so ein Einvernehmen.
Noch deutlicher wird dies bei der „3-Situationen-Frage“ nach der eigenen Herkunft. Egal ob man sich im Ausland befindet, in einem „Alt-Bundesland“ oder in einem angrenzenden Bundesland befindet – immer würden sich 50% und mehr für die aussage entscheiden „Ich komme aus Sachsen“. An zweiter Stelle rangiert im Ausland eindeutig Dresden, allerdings haben 50% zu der Aussage „Ich komme aus Dresden“ keine Angabe gemacht. Im Inland entscheiden sich zwar die Elbländer an zweiter Stelle für Dresden, die Oberlausitzer aber für Oberlausitz. Das ist eine interessante Nuance.
Obwohl 58% der Teilnehmer meinen, dass das Dresdner Land nur eine kleine Teilregion ist, die die anderen nicht genügend berücksichtigt, sehen 60% in den Namen mit Bezug auf Dresden einen Vorteil und sogar 84% die Nachbarschaft zu Dresden als Gemeinsamkeit.
An der Umfrage zur Namensfindung wurden alle Mitglieder des Vereins Westlausitzer Heidebogen, alle Mitglieder des Koordinierungskreises beteiligt. 80 Fragebögen wurden versendet, 12 Fragebögen wurden an uns zurückgeschickt.
7 Teilnehmer sind aus dem Bereich Oberlausitz, fünf aus dem Sächsischen Elbland (drei aus dem ehemaligen Landkreis Großenhain, zwei aus dem Altkreis Meißen. Das leichte Übergewicht der Oberlausitzer Seite hat aufgrund der Richtung des Ergebnisses keine Auswirkungen. Diese hätte es nur gegeben, wenn tendenziell mehrheitlich für den Erhalt des Namens „Westlausitzer Heidebogen“ gestimmt hätten.
Auf der Grundlage der Entscheidung derer, die an der Umfrage teilgenommen haben, wurde die weitere Diskussion nun in die Richtung geführt, einen geeigneten Namen mit Bezug auf Dresden zu finden.
Alle diesbezüglich eingereichten Vorschläge wurden ins Netz - und damit erneut zur Diskussion gestellt, um die aussichtsreichsten Vorschläge dann der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorzulegen.
Da in der ersten Diskussionsrunde gegen Namen mit Dresden ins Feld geführt wurde, daß
wurde alternativ und auch kulturhistorisch und naturräumlich fundiert als "kleinster gemeinsamer Nenner" ein Name mit Sachsen vorgeschlagen.
Bis zum 20.11.2008 wurden folgende Ergebnisse erzielt:
22 Stimmen für "Sächsicher Heidebogen" stehen 26 Stimmen für eine Variante mit Dresden im Namen gegenüber. 38 (22+16) Stimmen votieren klar für den Namensteil "Heidebogen" - gegen 10, die das nicht unbedingt wollen.
Somit ergibt sich als Vorschlag für die Mitgliederversammlung eine Wahl zwischen den Namen "Sächsischer Heidebogen" und "Dresdner Heidebogen".